„Die Unzulänglichkeit des vorherrschenden, naturwissenschaftlich geprägten Wissenschaftsparadigmas verlangt nach dem wissenschaftlichen Ansatz der Interventionsforschung.“ (Peter Heinzel, Gründer des jungen wissenschaftlichen Ansatzes)
Beratungsprojekte verlangen zunehmend Flexibilität der BeraterInnen in ihren Handlungen sowie Ergebnisoffenheit für optimale Lösungen. Diese können oft nur gemeinsam mit den Führungskräften und MitarbeiterInnen des Unternehmens gefunden werden. Der Ansatz der Interventionsforschung bietet eine Möglichkeit, agile Beratungsansätze mit systematischen Interventionen anzureichen, um dadurch den größtmöglichen Projekterfolg zu ermöglichen, für den Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu finden und diese mit ihm gemeinsam auszuarbeiten und umzusetzen. Durch die totale Involviertheit der Betroffenen (unter Wahrung der Hierarchie) in alle Prozesse sowie durch regelmäßige Selbstreflexionen entstehen Erkenntnisgewinne für die KundInnen. Neben dem Wissenstransfer ist eine Vertrauensbasis zwischen den betroffenen Parteien und BeraterInnen von grundlegender Bedeutung, um optimale Lösungen für die Bedürfnisse der Betroffenen liefern zu können
Warum Interventionsforschung Basisideen für eine ergebnisorientierte BeraterInnenhaltung liefern kann:
- Sie arbeitet interdisziplinär: Problemstellungen werden zunehmend vielschichtiger und komplexer, wodurch ein vielschichtiger und verlangen daher Lösungen, die auf mehr als nur einer wissenschaftlichen Grundlage beruhen. Die Interventionsforschung sucht nach optimalen Lösungen auch außerhalb betriebswirtschaftlicher Grundlagen und bedient sich Disziplinen wie der Aktionsforschung, Gruppendynamik und / oder Psychoanalyse. Dafür ist eine gewisse Ergebnisoffenheit während des gesamten Forschungsprozesses notwendig bevor eine konkrete Umsetzung der Erkenntnisse folgt. Die Interventionsforschung nimmt Abstand von einem Expertentum und zielt darauf ab, eine Vertrauensbasis zum beforschten System herzustellen, um somit bei seiner Selbsterkenntnis behilflich zu sein.
- Die Problemstellung im Beratungsauftrag wird in ihrer Gesamtheit analysiert, was bedeutet, dass die BeraterInnen sowohl eine Außen- als auch die Innenperspektive beleuchten. Dafür ist eine offene Kommunikation aller am Forschungsprozess beteiligten Personen ausschlaggebend für eine gemeinsame Lösungsfindung. Kritik und unterschiedliche Ansichtsweisen sollen offen ausgesprochen werden, um somit spätere potentielle Konflikte im Vorfeld abzuschwächen. BeraterInnen werden Teil des Systems und lösen Interventionen aus, bevor in weiterer Folge ein klarer Fokus auf die Umsetzungskonkretisierung und –begleitung gelegt wird.
- Interventionsforschung arbeitet mit Emotionen: Sie versucht, Erkenntnisse nicht auf Objektivität zu reduzieren und ermöglicht den BeraterInnen die Aufnahme von (gewissen subjektiven) Eindrücken zum Forschungsfeld. Zudem wird Bewusstsein und Bedeutung der Subjektivität eingeräumt um verständlich zu machen, dass menschliche Verhältnisse zueinander nicht gemäß wissenschaftlicher Objektivierung gestaltet werden können.
- Beratungsprojekte nach Ansätzen der Interventionsforschung inkludieren gruppendynamische Erkenntnisse und psychoanalytische Forschungen in die Lösungsfindung. Neben der betriebswirtschaftlichen Leistung/Lösung berücksichtigen sie sehr stark soziologische Aspekte, da dem Individuum ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.
Autor: Kerstin Zlöbl, M.A.